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Home Office Top oder Flop: Aus aller Welt

von Eve Simon in Home Office: Top oder Flop 03/08/2018 0 comments

Einfach mit dem Laptop unter dem Arm um die Welt reisen? Und nebenbei arbeiten? Geht das noch als Home Office Job durch? Und wenn ja, wie finde ich meine Struktur in einem völlig freuen Tagesablauf? Fragen über Fragen zu den Vor- und Nachteilen eines Home Office Jobs. Wir lassen sie von unserer Community beantworten!

Home Office Jobs: Einmal um die Welt, bitte!

Home Office Jobs heißen nicht automatisch, dass man zu Hause am Küchentisch sitzt oder mal einen kurzen Ausflug in den Garten macht. Es heißt viel mehr: Ich schnappe mir meinen Laptop und arbeite, wann und wo ich will. Und wenn das am Strand in Marokko ist oder in einem CoWorking in Athen – ganz egal, die Digitalisierung macht es möglich. Aber wie arbeitet es sich so ganz woanders? In einer anderen Stadt, die erkundet werden will oder am Strand, wenn das Meer zum Surfen verlockt? Wir haben uns darüber mit Dörte unterhalten – beziehungsweise sie hat im Zug auf dem Weg zum Meer schnell mal das Interview getippt. Höchstes Level bei New Work: ganz klar erreicht! Sie hat auch ein paar Bilder mitgebracht und wir könnten fast ein bisschen neidisch werden – oder den nächsten Zug zum Meer nehmen und dort arbeiten.

Wenn ein Home Office Job nicht in den eigenen vier Wänden stattfindet

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Dörte | Lead Startup Coach | Wohnort: Hannover | Arbeitsort: überall

NIUWORK: Hallo Dörte! Wo arbeitest du gerade in diesem Augenblick?
DÖRTE: Auf der Dachterrasse in einem Hotel in Athen mit Blick auf die Akropolis.

NIUWORK: Was treibt dich nach Athen?
DÖRTE: Ich wurde von der Konrad Adenauer Stiftung in Griechenland eingeladen, mehrere Workshops (zum Thema Design Thinking, Customer Understanding, Prototyping/Testing) beim Startup Lab in Athen durchzuführen und die Teams zu coachen. Außerdem schnuppere ich ein bisschen in die Startup Szene der Stadt rein und treffe ein paar interessante Menschen aus dem Ökosystem.

NIUWORK: Ist die Versuchung nicht groß, die Stadt zu erkunden?
DÖRTE: Die Versuchung ist immer groß, denn alles Neue und Unbekannte ist spannend und will entdeckt werden. Aber es gibt natürlich Deadlines oder To-dos, die einfach erledigt werden müssen, damit andere aus dem Team weiterarbeiten können. Prioritätensetzung ist dabei sehr wichtig. Ich denke, die richtige Mischung macht’s. Vieles lässt sich verbinden: Manche Email kann man auch mal kurz zwischendurch beantworten, wenn man in der Bahn sitzt. Selbst wenn ich keine Zeit habe, die Umgebung zu erkunden, ist Arbeiten am Strand und bei Sonne immer noch besser als im Büro zu sitzen. Obwohl ich das ja eigentlich nie wirklich tue, also im Büro sitzen. Ich checke z.B. gerne verschiedene Coworking-Spaces und innovative Orte aus und lasse mich dort inspirieren.

Homeofficejobs_doerte.2 Taghazout, Marokko Coworking Space „SunDesk“

NIUWORK: Wie organisierst du deine Arbeit an solchen Tagen?
DÖRTE: 
Kommt auf den Ort und den Kontext an: Wenn ich an einem Surfstrand bin, baue ich meine Arbeitszeit um die Surfzeiten drumherum. Manchmal ist man ja auch fremdbestimmt, wie hier in Athen: Bei dem straffen Programm von morgens bis abends bleibt eigentlich nur Zeit in den sehr frühen Morgen- oder Abendstunden, um noch wichtige Dinge zu erledigen. Aber da lässt es sich bei den Temperaturen eh besser arbeiten. Auf jeden Fall hilft es, sich morgens oder am Abend zuvor einen groben Plan zu überlegen, realistische Tagesziele zu setzen und klare To-dos zu definieren. Im Grunde das, was man an „normalen“ Arbeitstagen auch tun sollte. Das richtige Timing für Remote-Meetings ist ebenso wichtig.

NIUWORK: Welche Tools benutzt du am liebsten zur Kommunikation mit deinen Teams?
DÖRTE: Slack ist bei mir ganz weit vorne. Ich nutze es schon seit vielen Jahren, sowohl im Hafven als auch bei früheren Arbeitgebern und anderen Projektteams. Wir versuchen das Email-Aufkommen so gering wie möglich zu halten. Slack ist schnell, transparent und lässt sich in unterschiedliche Themen clustern. Das macht die Kommunikation um Vielfaches einfacher. Vorausgesetzt alle Beteiligten halten die „Kommunikationsregeln“ ein. Bei komplizierten oder kritischen Themen ist das gute alte Telefon immer noch das beste Kommunikationsmittel. Meetings machen wir z.B. über Google Hangouts. Wichtig dabei ist, dass die Technik reibungslos funktioniert.

NIUWORK: Findest du etwas doof an dem flexiblen Arbeiten?
DÖRTE: Eigentlich nichts. Ich liebe diese maximale Freiheit. Manchmal lassen sich allerdings gerade Konfliktsituation im persönlichen Gespräch schneller auflösen. Die rein digitale Kommunikation lässt einfach doch mehr Interpretationsspielraum zu. Und man muss natürlich aufpassen, dass man nicht 24h/7Tage die Woche arbeitet. Das Gute ist, dass ich das selbst steuern kann.

NIUWORK: Daumen hoch oder runter für mobiles Arbeiten?
DÖRTE: Sehr hoch. 😉  Ich kann mir aktuell kein anders Arbeitsmodell vorstellen. So kann ich Leben und Arbeiten in eine gute Balance bringen. Mal mehr, mal weniger von dem einen oder anderen. So kann ich auch meine Leidenschaft für’ s Reisen und fremde Kulturen ausleben.

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Arbeiten im Coworking in Hannover im “Hafven”

NIUWORK: Womit hast du Schwierigkeiten beim mobilen Arbeiten?
DÖRTE: 
Für Meetings zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit ausreichend guter Internetverbindung zu sein. Manchmal ist auch die Terminplanung etwas eingeschränkt wegen der Zeitverschiebung und weil man nicht abschätzen kann, wie gut die Verbindung/Empfang an dem jeweiligen Ort sein wird.

NIUWORK: Wo arbeitest du sonst?
DÖRTE: Ich arbeite Teilzeit als Lead Startup Coach im Hafven, einer Innovation Community, die in einem Coworking/Makerspace eingebunden ist. Flexibles Arbeiten fernab von normalen Bürostrukturen und Stechuhr sind bei uns also an der Tagesordnung. Ich suche mir dort mehrmals täglich die Arbeitsumgebung aus, die meinen jeweiligen Bedürfnissen entspricht. Parallel bin ich auch selbstständig als Trainerin, Consultant und Dozentin für verschiedene Unternehmen, Organisationen und Universitäten in Deutschland und im Ausland. Wenn ich unterwegs bin, kann es eigentlich jeder Ort sein – Hauptsache, ich fühle mich wohl und kann mich konzentrieren: Ein Cafe, Hotel/Hostel oder andere Coworking Spaces, je nachdem ob es einen vor Ort gibt. Oder eben im Zug oder Flugzeug. Ich nutze jede Gelegenheit.

NIUWORK: Was hast du für Tipps für andere?
DÖRTE: 
Kommuniziere klar und transparent, wann und wo du remote arbeitest.
Richte deine Software/Technik so ein, damit Google Hangout, Skype-Calls reibungslos funktionieren.
Suche Dir Orte mit guter Internetverbindung! Recherchiere im Zweifelsfall im Vorfeld.
Definiere klare Deadlines, Inhalte, Erwartungen mit deinem Team und Partnern.
Mach Dir einen Plan und dokumentiere, wann du für welche Projekte arbeitest.
Überprüfe die Notwendigkeit, Dinge SOFORT machen zu müssen: Manchmal sind die Dinge gar nicht so wichtig oder dringend, wie man denkt.

Nutze die Freiheit, deine Leben so zu gestalten, wie es am besten zu Dir passt!

Dörte ist damit eigentlich schon fast ein Digitaler Nomade. Aber wir sind sehr froh, dass sie ab und zu auch in die Metropole Hannover zurückkehrt, um mit uns als Coach an Niuwork weiterzuarbeiten. Vielleicht sollten wir nächstes Mal eine Session einfach in Marokko ausmachen?! 

Vielen Dank an Dörte! 

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